Im schönen Potsdam liegen Schlösser und Parks oft nur einen Spaziergang voneinander entfernt. Genau hier, zwischen gepflegten Alleen, kunstvollen Fassaden und überraschend stillen Winkeln, stolpert Frederik Loebell mit seinem Zwergdackel Wilhelm immer wieder über Dinge, die man dort eigentlich nicht erwartet – schon gar nicht Leichen.
Schloss Sanssouci – königlicher Rückzugsort mit weitem Blick
Hoch über den berühmten Weinbergterrassen thront das Schloss Schloss Sanssouci. Erbauen ließ es Friedrich II. von Preußen ab 1745 als sommerlichen Rückzugsort – klein, elegant, bewusst unprätentiös. Sans souci, ohne Sorge, lautete das Programm: ein Ort für Musik, Philosophie und Gespräche fernab des höfischen Protokolls.
Was einst dem König und seinem engsten Kreis vorbehalten war, ist heute eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Und dennoch verliert Sanssouci nichts von seiner Wirkung. Die langen Sichtachsen, die Terrassen, die figurenbewachten Treppen – all das wirkt noch immer so, als könne jederzeit jemand aus dem Rokoko durch den Park flanieren. Oder eben ein Journalist mit Notizblock und ein auffällig neugieriger Dackel.
Der Park Sanssouci – ein Labyrinth aus Schönheit und Geschichte
Rund um das Schloss erstreckt sich der weitläufige Park Sanssouci, ein Gesamtkunstwerk aus Landschaftsgestaltung, Architektur und Geschichte. Zwischen alten Linden und verschlungenen Wegen tauchen immer neue Schlösser und Bauten auf: das elegant verspielte Neue Kammern, die klassizistische Bildergalerie, die Orangerie mit ihrem italienischen Flair.
Je weiter man sich durch den Park bewegt, desto großzügiger wird die Szenerie – bis man schließlich vor dem Neues Palais steht. Monumental, repräsentativ, fast einschüchternd. Erbaut nach dem Siebenjährigen Krieg sollte es Macht demonstrieren und Gäste beeindrucken. Heute wirkt es wie ein stiller Zeuge vergangener Pracht – und ein Ort, an dem sich hinter historischen Fassaden hervorragend moderne Geheimnisse verbergen lassen.
Bornstedt – ein Dorf im Schatten der großen Geschichte
Direkt hinter dem Park Sanssouci, nur einen Katzensprung von den großen Schlössern entfernt, liegt Bornstedt. Wer hier landet, hat Potsdam fast schon wieder verlassen – zumindest gefühlt. Der kleine Stadtteil bewahrt sich bis heute etwas Dörfliches: niedrige Häuser, ruhige Straßen, vertraute Wege. Für Frederik Loebell ist Bornstedt mehr als nur eine Adresse. Hier liegt sein Zuhause, hier lebt seine Mutter, hier kennt man sich – und wird zugleich gern in Ruhe gelassen. Berühmt ist Bornstedt vor allem für den Bornstedter Friedhof, eine der schönsten und zugleich eigenwilligsten Ruhestätten der Stadt. Historische Gräber, alte Familiennamen, viel Grün – ein Ort der Stille, der erstaunlich lebendig wirkt. Und natürlich ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart besonders dicht beieinanderliegen. In Bornstedt zeigt sich Potsdam von einer leiseren Seite. Doch auch hier gilt: Idylle schließt Abgründe nicht aus.
Zwischen Idylle und Abgrund
Gerade dieser Kontrast macht Sanssouci und Potsdam zum idealen Schauplatz für einen Schmunzelkrimi: Wo Touristen Fotos machen, entstehen dunkle Gedankengänge. Wo Geschichte gefeiert wird, liegen alte Konflikte begraben. Und wo alles friedlich wirkt, ist die Fallhöhe besonders groß.
Für Frederik und Wilhelm gilt jedenfalls: In Potsdams Parks ist nicht alles so idyllisch, wie es auf den ersten Blick scheint.